• Türfragment
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TÜRFRAGMENTE

Wahrscheinlich hat jeder von uns in seinem Leben schon vor einer Tür gestanden, die,
aus welchen Gründen auch immer, nicht zu öffnen war.
Der Schlüssel ist abhanden gekommen oder im Schloß abgebrochen. Die Hausbewohner waren
nicht da. Aus Angst traute man sich nicht, die Türklinke anzufassen und nach unten zu drücken.
Türen öffnen sich zu früh oder zu spät. Wir klopfen an, und keiner öffnet; wir treten ein,
aber niemand erwartet uns. Wir sind ungebetene Gäste.
In einer fremden Stadt verliere ich mich in der Suche nach Türen. Ich schlendere durch kleine,
enge Gassen, sehne ich mich nach einer, einer einzigen Tür, der meinen, die sich nur für mich
von selbst öffnet und mich etwas Ungewöhnliches, Wundervolles sehen läßt.
Auf meiner Suche fotografiere ich Ausschnitte von Türen, hinter denen mir unbekannte Menschen
leben. An den Türschlössern, Klinken, Knaufen, Häuserwänden finden sich Spuren ihres Lebens,
vergangener Größe oder Armut, Spuren, die Regen und Wind, Sonne und Kälte hinterlassen
haben, Kratzer im Anstrich, abgeblätterte oder auch ganz frische Farbe, Rostflecken
oder Messingbronze.
In solchen Augenblicken scheint es mir, als könne ich mittels Fotografie die Zeit anhalten und
dadurch ein Bruchstück einer mir unbekannten Lebensgeschichte bewahren.