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Einer betritt Ilonas Welt, schaut sich um und raisonniert

Das Pferd inmitten einer Frühlingswiese würde bezaubern, schleifte nicht durch die Margeriten der Hengstphallus. Natur als Groteske wahrzunehmen ist eine Gabe, Groteske so zu bilden, als sei sie Natur, eine Kunst. Ilonas Bilder sind Reflexionskunst im besten Sinn, führen uns über jenen sauschmalen Grat, der das Erhabene vom Lächerlichen trennt und auf welchem Grat stoisch zu balancieren wir uns alltäglich mühen. Welche Mühe wiederum ein starkes Indiz dafür ist, daß die Würde des Menschen auch nicht-theologisch zu begründen sein könnte.
Was auch nicht schlecht wäre, angesichts dessen, was den Betrachter u.a. erwartet: Das Letzte Abendmahl, ein Ensemble diverser Maria Magdalenas vor Weintrauben und Stinkekäse. Wird Kreuzigung zum Alltag, empfehlen sich Kleinformate mit einem munteren Martyrium gepfählter Singvögel und Garnelen. Des weiteren: Zyklopenaugen in Frauenpräparaten. Casinospieler Putin, die Bäckchen vor Aufregung ganz rot. Er kommt ohne Weinflaschen als Gliederprothesen aus. Aber nicht ohne einen Wermut von der Krim.
Dann wieder stehen melancholische Köter herum, Wesen also, deren proprium das Koten ist (das große Geschäft, pecunia non olet), doch auch das kleine Geschäft beherrschen sie (sic transit gloria mundi). Weltweise sind sie – und vielleicht noch satter von fremden Gedanken als Bild-Schreiberin Ilona („malen“ tun Anstreicher). Daß Ironie die Schwester der Schwarzgalligkeit ist, wissen wir seit Screaming Jay Hawkins‘ Exzessen. Warum dies so ist, zeigt Ilonas Welt.

Warum Ilona es so macht, wie sie es macht

Ich konnte keine Worte finden, keinen Vergleich ziehen, um Betrachtern meiner Bilder oder auch Freunden zu erklären, was meine Kunst bedeutet, was ich mir gedacht habe, als ich die Collagen erstellt habe oder was ich mit meinen Gemälden meinte.
Jedenfalls keine Parodien. Es vielleicht ein bißchen Provokation, vor allem aber ist es das Groteske!
«Das Groteske (ital.: „grottesco” von “grotta“, „Grotte“) bezeichnet das Seltsam-Fantastische, Hässliche oder Bizarre. Groteske als Kunstform ist eine willkürlich verzerrte, übersteigerte Darstellung, die lächerlich, absurd oder schaurig wirkt.» (Bildende Kunst)
In der Renaissance und im Historismus steht Groteske für eine ornamentale Komposition aus Tieren, Halbmenschen und Fabelwesen.
Groteske Anteile als künstlerische Gestaltungsmittel finden sich in der Antike zu mythologischen Themen, im Spät-Mittelalter als Buchschmuck in Form von Randleisten. Spätere Beispiele für groteske Bildelemente enthalten die Werke von Hieronymus Bosch, Francisco de Goya und George Grosz.
Es ist eine Mischung aus Fantasie, Realität, Mode des Lebens und Mode aus Zeitschriften.
Als ich darüber nachgedacht habe, schnitt ich mit einer kleinen Nagelschere das Gesicht von Heidi Klum aus einer Douglas-Zeitschrift.
Dazu fügte ich die die wundervollen Lippen von Monica Belucci, die langen Finger von Nadja Auermann, die Frisur von Amy Winehouse und setzte alles zusammen.
Plötzlich wurde mir klar…ich darf meine Zeit nicht verschwenden, da ich sowieso weniger von diesem Gut habe als früher.
Collagen…sie beschleunigen die Arbeit.
Hurra! Eureka! Mit der kleinen Nagelschere schnitt ich eine Rose aus der “Cosmopolitan”, ein schönes Auge von Milla Jovovich und zeitgenössische weibliche Figuren.
Anfangs waren es nur Schattierungen und Farben, der Sinn folgte später. Nach einer Stunde Arbeit wurde mir klar, dass diese Figuren, die ich aus der Zeitschrift geschnitten hatte, die auf ersten Blick meine Farben ersetzen sollten, gar keine Farben waren! Sie haben einen tieferen Sinn und spiegeln die Zeit und die Mode wieder, wenn man sie nur richtig anordnet!
Ich bin in der Lage, dem Betrachter die emotionale Verfassung meiner Modelle, den Geist unserer Zeit und unserer Mode zu vermitteln, ohne dabei jemanden zu kopieren. Sondern in einer einzigartigen Kombination neue Formen zu schaffen.